Vielleicht ist sie einem schon selber einmal untergekommen: alles roger? DAS QUERFORMAT FÜR QUERDENKER. Öfter findet man dieses Magazin in seiner Post und bei den Meisten wird es wohl nicht weiter beachtet. Wenn man aber einen Blick hinter das populistische Coverbild (was im Falle der Ausgabe Juli 2017 eine Frau mit EU-Mundschloss zeigt) blick findet man vieles: Antisemitismus, Verschwörungstheorien und Anti-EU-Polemik. Und die aktuelle Ausgabe ist anscheinend sogar noch einer der Harmloseren.
Aber nicht alles in alles roger? ist politisch, es finden sich auch Berichte über Heilkräuter, Sportbeiträge und „10 verrückte Phobien“ neben Artikel wo Caritas, Greenpeace und Ärzte ohne Grenzen als „Oft handelt es sich de facto um Vorfeldorganisationen der Grünen. Sie sind die besten Verbündeten Medien und sie leisten sich zum Teil Ungeheuerliches – nicht nur im Mittelmeer“ diffamiert werden. Neben klassisch rechts-außen Ausschlägen gegen die Roten und die Grünen findet sich auch eine Verteidigung von Staatsverweigern.
Alles roger? fahrt durchaus öfters mit Interviews mit äußerst berühmten Persönlichkeiten auf. So war Snoop Dog, Kevin Spacey und Frank Rosin schon Gast. Zumindest veröffentlichte alles roger? Interview mit ihnen. Fraglich ist ob diese Interviews tatsächlich stattfanden oder nur fabriziert wurden. So gibt Kevin Spacey „Seit Jahren arbeiten unsere Politiker, auch die in Europa, anscheinend auf einen größeren Krieg hin“ im Interview von sich, was sich später als Fälschung herausstellte. Folglich sind wohl alle Interviews in alles roger? mit Vorsicht zu genießen, einzig allein die Interviews mit FPÖ-Nahen scheinen wohl auch wirklich so stattgefunden zu haben.
Auch was Antisemitismus anbelangt würzt alles roger? das Ganze gerne noch mit etwas Verschwörungstheorien. So wird der Familie Rothschild vorgeworfen über drei Ecken am Flüchtlingsstrom zu profitieren und ihn deshalb auch noch weiter zu befeuern zu wollen. Noch weitere wüstere, antisemitische Aussagen lassen sich in vorigen Ausgaben finden. Erst vor Kurzem rückte Hübner die antisemitischen Tendenzen der FPÖ wieder ins Rampenlicht. Die FPÖ-Spitze drängte Hübner zum Rücktritt aus der Partei um eine Imageverlust zu vermeiden. Kickl und Strache geben aber weiter gerne Interviews und schalten ihre Inserate in Publikationen, wie alles roger?, die sowohl von dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands als auch von dem Mauthausen-Komitee als „tendenziell antisemitisch“ beurteilt werden. Antisemitismus wird wohl immer noch in der FPÖ geduldet, man darf ihn wohl nur nicht zu öffentlich zeigen.
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