Es ist schon etwas pervers in den Ferien über Schulthemen zu schreiben aber seit meiner Zeit in der Volkschule prangt ein Kreuz über jeder Stunde in der Schule, über jede Schularbeit, jeden Test, jeden Einser, jeden Fünfer. In der Volksschule hing noch ein Bild unseres Bundespräsidenten, damals Heinz Fischer, neben dem Kreuz, während meiner bildungstechnischer Karriere im Gymnasium thronte neben dem Kreuz noch das Staatswappen Österreichs. Natürlich ist das Kreuz im Klassenzimmer eine Kleinigkeit, eine Erinnerung an die katholische Vorherrschaft in Österreich.
Bis auf diese Kleinigkeit ist aber das österreichische Bildungswesen relativ von Religion gesäubert. Nahezu alle Fächer sind grundsätzlich streng wissenschaftlich, hier in Österreich würde man eher jemanden, der fordert, dass die Evolutionstheorie nicht mehr unterrichtet wird, lauthals auslachen anstatt ihm anzuhören. Der Religionsunterricht gleicht eher einem misslungenen Ethikunterricht mit christlichen Untertönen. Natürlich hängt das sehr stark von dem unterrichtsgebenden Lehrer ab, wenn dieser sehr religiös ist, wird man das im Unterricht spüren. Entgegen dieser nahezu erreichten Säkularisation des Schulwesens prangern tausende Kreuze auf tausenden Schulwänden. Die Schule sollte eine Ort der Wissenschaft sein, nicht der Religiosität, wofür gibt es sonst Kirchen.
Wie aber schaut der Gegenentwurf aus? Sämtliche religiösen Symbole raus aus der Schule. Keine Kreuze mehr an der Wand. Lehrer, als Symbolfiguren der Wissenschaft und Vernunft, sollten sämtliche religiösen Symbole und Kleidung abgehen, von Burka bis Kreuzhalskette, das gehört nicht zum Repertoire einer Bildungsperson. Da aber die Politik im Laufe der baldigen Nationalratswahlen sich keinen Schritt auf eine weitere Säkularisation der Schulen hinbewegen wird, kann jeder Schüler mit einem Handgriff selbst für diesen Schritt sorgen: einfach das Kreuz von der Wand herabnehmen.
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