Wenn man das macht, was man eigentlich nicht tun sollte, nämlich in die Kommentarsektionen von Boulevardzeitungen zu schauen, dann weiß man nämlich was in diesem Land falsch läuft: nämlich Protestanten. Nein nicht die Religion. Sondern die Leute die auf Proteste gehen. Bevorzugt die gegen die vor Kurzem (ja, haha) erst angelobte Basti-HC-Regierung ihren Unmut auf den Straßen öffentlich zu Schau stellen.
Folgt man dieser Logik ist Protest undemokratisch weil… ja warum denn eigentlich? Die Argumentation hinter solchen Aussagen meint, dass Demonstrationen ein Zeichen von Nicht-Anerkennung von demokratischen Strukturen sei und lasst außer Acht, dass Proteste sich gegen allgemeine, gesellschaftliche Entwickelungen, gegen schlechte Entscheidungen von den Mächtigen dienen können und die Wähler von solchen Parteien auffordern kann, ihren Standpunkt noch einmal zu überdenken.
Ein weiteres Argument was man hier und da liest ist, dass doch Demonstrationen nicht mehr in der Innenstadt Wiens abgehalten werden sollen sondern im Prater oder anderen abgelegenen Orten. Der Verkehr und die Anrainer sollen “geschützt“ werden. Problem ist nur: eine Demonstration ist ohne Publikum zahnlos. Was bringt da ein großer Protest wenn ihn schlussendlich nur wenige sehen? Natürlich die Medien berichten darüber aber es erreicht längst nicht den Ausmaß an Aufmerksamkeit und Zuschauerschaft wenn durch die Wiener Innenstadt zur Hofburg marschiert wird.
Alles in allem muss man sagen: die öffentliche Demonstration, ein Recht, welches erst von Kaiser, Dollfuß und Hitler wieder erstritten werden musste, ist eine Gefahr für die Demokratie und gehört wieder verboten. Na pfiat di Gott.


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