Österreich hat ein Problem. Ein Problem mit Politikern. Genau genommen mit opportunistischen Politikern. Obwohl Die Grünen mehrmals gegen Novomatic verschlägt es eben ihre ehemalige Klubobfrau, die durchaus umstrittene Eva Glawischnig, zu eben diesem Glücksspielkonzern. Dem internationalen Konzern wurden unteranderem, ins besonders auch von den Grünen, Gesetzeskauf vorgeworfen. Umso seltsamer dass eine vehemente Kritikerin sich nun plötzlich dort vorfindet.
In Österreich haben Politiker kaum einen guten Ruf. Sei es nun wenn man mit Schulkollegen redet oder auch die Leserbriefspalte einer Krone oder Österreich, die wohl leider die Mehrheitsmeinung der österreichischen Bevölkerung darstellen, man sieht immer wieder: Politikern wird nicht getraut. Nicht komplett ohne Grund: manche österreichischen Politiker weisen eine unglaubliche moralische Flexibilität auf. Sei es eben eine Glawischnig bei Novomatic, Sozialdemokraten die ausländerfeindliche Standpunkte übernehmen um sich unzufriedenen Wählern der Freiheitlichen anzudienen, eine angeblich soziale Heimatpartei, die ohne großes Augenzucken sich mit dem Koalitionspartner auf einen 12-Stunden-Arbeitstag einigt. In vielen Köpfen hat sich ein Bild der widerspruchsvollen, österreichischen Politiker festgesetzt, dass wohl in Heldenplatz am besten ausgedrückt wurde: „Die Gewerkschaftsführer jonglieren in ihren Salzkammergutvillen mit Milliarden und sehen ihre Hauptaufgabe in skrupellosen Bankgeschäften“
Das lähmt die Demokratie und erzeugt natürlich Gleichgültigkeit. Die Wahlbeteiligung nimmt in Österreich in den letzten Jahrzehnten tendenziell ab als zu. Und dieser Politik-Opportunismus lockt weitere Opportunisten aber auch populistische Trittbrettfahrer, die von der Politikverdrossenheit problemlos Wählerstimmen ernten können, an. Was ist mit denen, die Politik ernst nehmen und nicht nur als weiteren Schritt in ihrer Karriere sehen? Nun, denen wird misstraut. Das macht schlussendlich eine ehrliche Politik unmöglich…
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