Streiken bringt‘s. Das ist erneut in dem US-amerikanischen
Bundesstaat West Virginia demonstriert worden, wo Lehrer einen 9-tägigen Streik
starteten um für eine Lohnerhöhung in einem der ärmsten Staaten der USA einzutreten
und um gegen Verschlechterungen im Gesundheitssystem zu demonstrieren. Am 9.
Tag des Streiks worden ihre Forderungen erfüllt.
Im Moment steht die USA ohne politisch einflussreiche
Arbeiterpartei dar. In einem Land, wo das Phänomen der Erwerbsarmut immer mehr
zum Problem wird, und, wo Niedriglohnarbeit und Ausbeutung am Arbeitsplatz viel
mehr vertreten sind als in Europa, wird das Fehlen einer großen politischen
Arbeiterpartei zum Problem. Zwar sind zirka 10% der Bevölkerung in
Gewerkschaften vertreten aber die amerikanischen Gewerkschaften sind relativ
machtlos und genießen aufgrund von alten Anti-Arbeiterbewegungen, die während
des Kalten Krieges heraufgekeimt waren, wenig Sympathie unter einem Teil der
Bevölkerung. Im Vergleich: ungefähr 14% der Österreicher sind in Gewerkschaften
vertreten, in Deutschland sind es 18% und im Rekordhalter Island sind es ganze
85%.
In den USA wurde die Arbeiterbewegung hauptsächlich von
Gewerkschaften getragen, anders als in Europa, wo Verbesserungen für die
Arbeitnehmer meist von sozialdemokratischen/sozialistischen und kommunistischen
Parteien verfolgt wurden. Besonders bedeutend war hierbei die Industrial
Workers of the World (kurz: IWW), eine syndikalistische Gewerkschaft, die sich
dadurch auszeichnete, auch nicht von Sabotageaktionen zurückzuschrecken, sollten
ihre Forderungen von der Arbeitgeberseite nicht erfüllt werden.
Obwohl hier in Österreich für die Arbeiter vieles rosiger
ist als in den Vereinigten Staaten, so wird doch dank der Sozialpartnerschaft
große Durchbrüche für die Arbeitnehmer verhindert. Zwar ermöglicht die
Sozialpartnerschaft kleine Kompromisse für die Arbeiterschaft auf dem
Verhandlungstisch zu erringen aber radikale Verbesserungen lassen sich am besten
durch Streiks erzwingen. Um es mit einem alten Slogan der IWW zu sagen: “Direct
action gets the goods“


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