Donnerstag, 15. März 2018

Streiken bringt's


Streiken bringt‘s. Das ist erneut in dem US-amerikanischen Bundesstaat West Virginia demonstriert worden, wo Lehrer einen 9-tägigen Streik starteten um für eine Lohnerhöhung in einem der ärmsten Staaten der USA einzutreten und um gegen Verschlechterungen im Gesundheitssystem zu demonstrieren. Am 9. Tag des Streiks worden ihre Forderungen erfüllt.

Im Moment steht die USA ohne politisch einflussreiche Arbeiterpartei dar. In einem Land, wo das Phänomen der Erwerbsarmut immer mehr zum Problem wird, und, wo Niedriglohnarbeit und Ausbeutung am Arbeitsplatz viel mehr vertreten sind als in Europa, wird das Fehlen einer großen politischen Arbeiterpartei zum Problem. Zwar sind zirka 10% der Bevölkerung in Gewerkschaften vertreten aber die amerikanischen Gewerkschaften sind relativ machtlos und genießen aufgrund von alten Anti-Arbeiterbewegungen, die während des Kalten Krieges heraufgekeimt waren, wenig Sympathie unter einem Teil der Bevölkerung. Im Vergleich: ungefähr 14% der Österreicher sind in Gewerkschaften vertreten, in Deutschland sind es 18% und im Rekordhalter Island sind es ganze 85%.

In den USA wurde die Arbeiterbewegung hauptsächlich von Gewerkschaften getragen, anders als in Europa, wo Verbesserungen für die Arbeitnehmer meist von sozialdemokratischen/sozialistischen und kommunistischen Parteien verfolgt wurden. Besonders bedeutend war hierbei die Industrial Workers of the World (kurz: IWW), eine syndikalistische Gewerkschaft, die sich dadurch auszeichnete, auch nicht von Sabotageaktionen zurückzuschrecken, sollten ihre Forderungen von der Arbeitgeberseite nicht erfüllt werden.


Obwohl hier in Österreich für die Arbeiter vieles rosiger ist als in den Vereinigten Staaten, so wird doch dank der Sozialpartnerschaft große Durchbrüche für die Arbeitnehmer verhindert. Zwar ermöglicht die Sozialpartnerschaft kleine Kompromisse für die Arbeiterschaft auf dem Verhandlungstisch zu erringen aber radikale Verbesserungen lassen sich am besten durch Streiks erzwingen. Um es mit einem alten Slogan der IWW zu sagen: “Direct action gets the goods“



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