Wien ist jetzt eine Uberfreie Zone. Zumindest seit Mittwoch,
25 April. Eine einstweilige Verfügung verbietet, zumindest vorübergehend, dem
in San Franciso ansässigen Konzern seine Dienste im Großraum Wien anzubieten.
Vorwürfe des unfairen Wettbewerbs sind der Grund. Derweil hat Uber noch viel
mehr Leichen im Keller.
Scheinselbstständigkeit, damit wird Uber gerne beschrieben.
Fahren für Uber vereint die schlechten Eigenschaften eines Angestellten, so
muss der Uberfahrer 25 Prozent seines Erwerbs abtreten, und die vielen
schlechten Eigenschaften eines Selbstständigen, für Unfälle haftet der Fahrer zum Beispiel selbst. Auch ist die Versicherungssituation bei Uber äußerst prekär. Und
Steuern? Die muss der Fahrer auch selbst zahlen. All das hat Uber über die
Dauer den Ruf eines ausbeuterischen Unternehmens eingebracht.
Aber warum ist es trotzdem kein Problem Fahrer zu finden?
Eine Anstellung als ordinärer Taxifahrer ist nicht so leicht zu bekommen: Taxifahrer unterlegen strikten Regulierungen und die Ausbildung ist detailliert
und zeitaufwendig. Uber hingegen gibt sich auch mit unprofessionellerem Personal
zufrieden. Zwar wird bei Uber durchaus Auge auf eine gewisse professionelle
Anmutung gelegt, Ausbildung und auch Taxilizenz aber sind nicht unbedingt
nötig.
Uber ist schlussendlich aber nicht aus Wien wegen ihrer
schlechten Behandlung ihrer Angestellten hinausgeklagt worden. Ohne schlecht
bezahlte Arbeiter würde es unser jetziges Wirtschaftssystem nicht aufrechterhalten werden können. Nein,
Uber wurde hauptsächlich verbannt weil es den großen Taxiunternehmen mittels
unfairen Wettbewerbsvorteilen Konkurrenz gemacht hat.
Warum wird denn Uber eigentlich so gerne benutzt? Hier
bietet sich Uber nämlich durchaus konsumentenfreundlich an: der Preis für den
vorgesehenen Weg wird online angezeigt, anders als Taxifahrer können Uberfahrer
den Fahrgast also nicht über Umwege zum Ziel kutschieren um bei Fahrtende mehr
Honorar verlangen zu können. Auch die Endverrechnung ist angenehmer als bei
normalen Taxifahrten: via Paypal oder Kreditkarte wird bargeldlos bezahlt.
Entgegen normalen Taxis, die im Vergleich dazu nahezu archaisch wirken, hat man
hier das Internetzeitalter nicht verschlafen.
Im Moment arbeitet Uber wohl daran ihre unfairen
Wettbewerbsvorteile zu tilgen um wieder ihren Dienst in Wien aufnehmen zu können.
Soll man aber also Uber verbieten? Am liebsten ja, zumindest im jetzigen
Zustand, aber man wird ihr schlussendlich nur Steine in den Weg legen können.

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